Stolperfallen beim Vorsteuerabzug

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Wird der Vorsteuerabzug versagt, wenn die zutreffende Steuernummer bzw. die Umsatzsteueridentifikationsnummer fehlt?

Mit dieser Frage hat sich das FG Hamburg beschäftigt, Urteil v. 28.06.2012, 2 K 196/11

Was braucht es, um einen Vorsteuerabzug nach § 15 UStG ausüben zu können?

Es muss dem Unternehmer u.a. eine Rechnung vorliegen, die die Angaben gemäß § 14 Abs. 4 UStG enthalten (in besonderen Fällen § 14a UStG).

Im Urteilsfall ging es darum, dass ein Fuhrunternehmen von zwei Subunternehmern -GmbH- Rechnungen erhalten hat.

Diese Rechnungen enthielten entweder gar keine Umsatzsteueridentifikationsnummer oder die des Geschäftsführers. Außerdem war die Adresse des leistenden Unternehmens nicht zutreffend.

Das Gericht befand, dass der Vorsteuerabzug zu versagen war, da hier keine ordnungsgemäße Rechnung i.S. des § 14 Abs. 4 UStG vorlag.

Es wurde Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt: BFH XI B 108/12.

Tipp:

Man kann hier erkennen, wie wichtig es für einen Unternehmer ist, seine eingehenden Rechnungen zu überprüfen.

Weitere Informationen zu dem Thema Vorsteuerabzug finden Sie unter: http://www.die-fakturierung.de

Kleiner Auszug aus § 14 UStG

(4) Eine Rechnung muss folgende Angaben enthalten:

  1. den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers,
  2. die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt für Steuern erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer,
  3. das Ausstellungsdatum,
  4. eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung der Rechnung vom Rechnungsaussteller einmalig vergeben wird (Rechnungsnummer),
  5. die Menge und die Art (handelsübliche Bezeichnung) der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung,
  6. den Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung; in den Fällen des Absatzes 5 Satz 1 den Zeitpunkt der Vereinnahmung des Entgelts oder eines Teils des Entgelts, sofern der Zeitpunkt der Vereinnahmung feststeht und nicht mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung übereinstimmt,
  7. das nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt für die Lieferung oder sonstige Leistung (§ 10) sowie jede im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts, sofern sie nicht bereits im Entgelt berücksichtigt ist,
  8. den anzuwendenden Steuersatz sowie den auf das Entgelt entfallenden Steuerbetrag oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt und
  9. in den Fällen des § 14b Abs. 1 Satz 5 einen Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers.

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